Für Anni Sohnsmeyer ist ein besonderer Saisonhöhepunkt zu Ende gegangen: Bei den Jugend-Europameisterschaften im Gerätturnen in Zagreb trat die 14-Jährige vom VfL Eintracht Hannover erstmals bei einer großen internationalen Meisterschaft für Deutschland an. Gemeinsam mit dem deutschen Juniorinnen-Team erreichte sie einen starken siebten Platz – und überzeugte dabei mit einem sehr stabilen Vierkampf.
Nach den internationalen Vergleichswettkämpfen in Jesolo und Dortmund war Zagreb für Anni noch einmal eine ganz andere Bühne. Knapp eine Woche verbrachte das deutsche Team vor Ort. Neben Trainingseinheiten stand auch das offizielle Podiumstraining auf dem Programm, bei dem der komplette Ablauf eines EM-Wettkampfes simuliert wurde.
Bseonders beeindruckend waren für Anni dabei schon die Dimensionen der Europameisterschaften. Die Vorbereitung fand in einer großen separaten Aufwärmhalle statt, in der sämtliche Geräte mehrfach aufgebaut waren. Von dort ging es vollständig aufgewärmt in die große Wettkampfhalle mit Tribünen, Zuschauern, Licht und Musik. Am Gerät blieb nur das kurze „One-Touch“ Einturnen, bevor die Übung direkt danach im Wettkampf zählte.
Mit dieser neuen, besonderen und ungewohnten Situation kam Anni sehr gut zurecht. Sie ging an allen vier Geräten an den Start und turnte ihren Vierkampf ohne größeren Fehler und brauchte damit alle Wertungen mit in die Teamwertung mit ein. Am Schwebebalken erzielte sie 11,500 Punkte, am Boden 11,400 und am Sprung 12,366 Punkte. Besonders stark präsentierte sie sich am Stufenbarren: Mit 12,200 Punkten erzielte Anni dort die beste deutsche Wertung.
Gemeinsam mit Maha Feniuk (SSV Ulm), Mia Frick (MTV Stuttgart), Amelie Schilling (TSG Backnang) und Luna Zimmermann (KTG Heidelberg) kam das deutsche Team auf 144,364 Punkte und belegte im europäischen Vergleich Platz sieben. Für Anni überwog nach dem Wettkampf vor allem die Zufriedenheit: Bei ihrer ersten großen internationalen Meisterschaft konnte sie ihre Leistungen auch unter diesen besonderen Bedingungen abrufen. Dazu kam ein starker Teamgeist innerhalb der deutschen Mannschaft.
Eine schöne Hannoveraner Randnotiz gab es auch auf Trainerseite: Caroline Nowak, Annis Heimtrainerin, wurde erstmals für die Betreuung des deutschen Jugendnationalteams bei einer Europameisterschaft berufen. Gemeinsam mit einer Trainerkollegin aus Stuttgart betreute sie die deutschen Juniorinnen in Zagreb – eine besondere Anerkennung auch für die Trainingsarbeit am Standort Hannover.
Und der Auftritt in Zagreb hat bereits eine weitere erfreuliche Konsequenz: Durch ihre internationalen Leistungen hat sich Anni schon jetzt für den Bundeskader der Seniorinnen im kommenden Jahr qualifiziert. 2027 verlässt sie den Juniorinnenbereich und startet erstmals bei den Seniorinnen.
Bis dahin stehen in diesem Jahr noch zwei Bundesliga-Wettkämpfe an. Gleichzeitig wird bereits an den nächsten Entwicklungsschritten gearbeitet: am Sprung an der Yurchenko-Schraube und am Stufenbarren an neuen Verbindungen und höheren Schwierigkeiten.
Von Zagreb bleiben damit nicht nur Platz sieben mit dem deutschen Team und ein gelungener Vierkampf, sondern vor allem die Erfahrung, die eigene Leistung auch auf einer großen internationalen Bühne abrufen zu können.
Fotoquelle: Niklas Haertig / 24passion
